Prägende Ereignisse……und wie ich schließlich zur Birma kam!!!

Dieses ist jetzt eine längere Geschichte…….
Ich denke, dass meine Hauskatzen wegweisend waren, wie ich “auf die Birma” gekommen bin.
Ich war schon immer eine Katzennärrin, die von Fellnasen nicht genug bekommen konnte.
Die Katzen, die bei uns waren, waren immer Hauskatzen. Ich war aktiv im Tierschutzverein tätig und wollte am liebsten immer alle mit nach Hause nehmen.
Eine Katze nahm ich dann auch 1989 zu mir. Das war meine Kimba (damals 9 Monate alt).
Ein Jahr später stand ich an einem Supermarkt an einem “Kunde-zu-Kunde”-Brett und sah ein Foto worauf stand: Bauernhofkatzen zu verschenken. Da waren ein ganzer Korb voller Kitten, und nur ein einziges, welches schwarz-weiß war. GENAU DER sollte es sein, wenn es denn ein Katerchen war. Also besuchte ich den Bauernhof.
Der Bauer sagte zu mir: “jau jau, uinen häbbe ik noch, abä der taugt nix, de is teo lütt und kütt vor de Wand.”
Da war ich erst einmal geschockt.
Ich fragte den Bauern, ob ich das Tierchen mal sehen könnte. Der Bauer zeigte mit dem Finger in eine Richtung und sagte: “do rübber, dee doa seo schief sitt, des is uin Kater, den kannse mitnemme oder der kütt vor de Wand.”
Was soll ich sagen: DAS war DER schwarze Kerl, den ich haben wollte. Ok, er war wirklich sehr klein und wackelig. Ich nahm ihn dennoch mit und fuhr als erstes zum Tierarzt. Dieser meinte: “Es wird schwierig ihn durch zu bekommen, er ist wirklich viel zu klein und zu schwach. Ich glaube nicht, dass er eine Chance hat.”
Egal, ich wollte um ihn kämpfen. Also fütterte ich ihn noch mit dem Fläschchen, kümmerte mich und musste einige Wochen später wieder mal zum Tierarzt. Der meinte dann: “Das ist doch nicht der kleine Wurm oder??”
 
yogy

Mein Yogy hatte es geschafft, er war stabil geworden und hatte SUPER zugenommen. Meine Kimba hatte auch ihren Teil dazu beigetragen. Schließlich hat Sie sich auch gut um ihn gekümmert. So verging also Jahr um Jahr. 1995 bekam ich dann meinen Sohn Robbin. Auch er wuchs von Anfang an mit Katzen auf. Yogy war immer etwas ängstlich wenn es darum ging, mal zu versuchen aus einer Tür zu entwischen, um zu sehen was dahinter ist. Er war in der Wohnung glücklich und zufrieden. Bei Kimba sah das leider etwas anders aus. Sie war aus dem Tierheim, ihre Herkunft war unbekannt, aber sie hat immer versucht nach draußen zu kommen. Leider ist ihr dieses auch einige Male gelungen.
Dann kam der Juni 2001.
Kimba war wieder einmal entwischt, und ich hörte nur noch ein quietschendes Auto. Ich wusste sofort was passiert war und lief zu ihr. Da lag sie und versuchte wegzurennen, aber das Hinterteil und die Beine gehorchten ihr nicht mehr. Das Auto war weitergefahren, der Fahrer hatte nicht mal geguckt, geschweige denn angehalten. Sofort wurde ich mit Kimba auf dem Arm in die Tierklinik gefahren. Ich versuchte meine Kimba zu beruhigen und sie still zu halten. Überall lief Blut und ich wusste nicht, woher das alles kam. Die Klinik hat sie erst mal geröntgt und in ein künstliches Koma gelegt. Eine Woche später wurde sie wach und es ging ihr sehr schlecht. Sie fraß nicht, ihr Schwanz war taub und sie konnte nicht mehr kontrolliert Urin ablassen und war noch weiter eingeschränkt. Mir wurde nach 3 Wochen gesagt ich sollte sie einschläfern, es hätte alles keinen Sinn mehr.
Das wollte ich nicht wahrhaben.
Ich habe sie jeden Tag für einige Stunden nach Hause geholt, damit sie in Ihrer gewohnten Umgebung ist. Es stellte sich keine Besserung ein, also ging ich in eine andere Klinik mit ihr. Spätestens jetzt waren alle gegen mich, jeder sagte zu mir: “Steffi du spinnst, du quälst das Tier und denk mal an die ganzen Kosten”.
Mir waren aber die Kosten ganz egal, ich habe mir eingebildet, dass meine Kimba leben will. In der anderen Klinik dauerte es 5 Tage und ich konnte meine Kimba wieder mit nach Hause nehmen.
Sie hatte zwar einen gelähmten Schwanz, aber war sonst in einem recht guten Zustand. Ich musste sie allerdings mit Paste füttern, sie hatte noch Probleme beim Fressen, aber immerhin wollte sie fressen.
Nach weiteren 4 Wochen wollte meine Kimba doch tatsächlich wieder ausbüchsen!! Ich traute meinen Augen nicht. Sie war wieder total fit. Ich passte noch mehr auf als zuvor, damit sie nicht mehr rauskam. Was ich aber nicht ahnen konnte, sie war so sauer und gefrustet, dass sie gar nicht mehr raus kam; sie wurde zum Wohnungspinkler.
Ich habe eigentlich nur noch gearbeitet und später geputzt. Für mehr war keine Zeit mehr. Wieder sagten alle: “Steffi, das geht so nicht. Mach dem Ganzen ein Ende.”
Aber ich wusste ja, dass sie nur wieder raus wollte. Leider fand ich niemanden, der eine 13 Jahre alte Schmusekatze haben wollte und ihr auch gesicherten Auslauf geben konnte. Nach langer Suche fand ich Marion K, die meine Katze übernehmen wollte, Sie wohnte gerade 5min von mir mit dem Auto entfernt. Ich fuhr zu ihr, wir unterhielten uns, und am nächsten Tag brachte ich Sie zu Marion. Ich konnte mich gar nicht mehr beruhigen und war nur am Weinen, Marion hat mich also auch noch trösten müssen. Meine Kimba fing SOFORT an bei Ihr zu fressen. Kimba konnte also wieder raus, sich frei bewegen (Marion und Ihr Mann konnten Ihren Tieren gesicherten Freilauf anbieten).
Und noch etwas war bei Marion, weitere Katzen und ein Hund. Eine gefiel mir besonders gut. Das war Janni, Marions Kater, dessen Rasse und Art ich vorher nie gesehen hatte.
Es stellte sich raus: Janni ist eine heilige Birma.
Wir haben uns unterhalten und Marion meinte: „Du, die Züchterin hat noch ein Liebhabertier abzugeben. Also fuhr ich noch am gleichen Tag zu der Züchterin Katrin K. und kaufte mir den Birma-Kater. Vielleicht war es Trost, vielleicht wollte ich nicht das mein Yogy allein ist, vielleicht war ich eifersüchtig, dass Marion meine Kimba hatte und weil Sie Ihr den Freilauf, den ich nicht bieten konnte, gegeben hat. Vielleicht sollte es einfach so sein. Mein Timon war ein Chocolate-Tabby-Point mit Runner (Liebhabertier). Das war mir aber egal, er war wunderbar. Er hatte stechend blaue Augen, super Sporen und das Wesen einer Traum-Birma. Er war dermaßen verschmust, dass wir nur noch durch die Wohnung stolperten, weil er ständig zwischen unseren Beinen herumlief. Alles war wunderbar, Kimba war in den allerbesten Händen. Mein Yogy war nicht allein, ich hatte einen weiteren Schmusekater zu Hause.
Durch viele Gespräche, weiterer Fachliteratur und Ausstellungen kam ich auf den Geschmack: Ich wollte selbst einmal meinen Kater bei einer Ausstellung vorstellen, und wenn ich dann auch noch mal eigene Katzen-Babies bekommen könnte………das wäre super.
Aber mir wurde gesagt, dass mein Timon nicht zu einer Ausstellung gehen kann, da er ja ein Liebhabertier sei. NICHT?? MEIN SUPER TOLLER BIRMAKATER?? Der sieht doch klasse aus, super Fell, toller Charakter, tolle Augen, nur wegen 2 oder 3 Zentimeter zu viel weiß in der Vorderpfote??
Wie Sie sehen, ich wusste gar nichts, außer, dass ich einen tollen Kater habe, den jeder sehen sollte.
In vielen Gesprächen wurde mir erklärt was der Unterschied zwischen Liebhaber-, Zucht- und Show-Tier ist. (Selbstverständlich wurde er mir auch als Liebhaber-Tier verkauft, trotzdem kannte ich die Bedeutung nicht und dass ich ihn lieb habe, war ja sowieso klar: )
Es hat eben eine Weile gedauert bis ich alles verstanden hatte. Aber nach den 15 Jahren, die ich nun züchte, weiß ich selbstverständlich, warum man mit dem einen Tier in die Zucht geht, und mit dem anderen eben nicht. Trotzdem bin ich verliebt in meine Katzen. Egal ob Hauskater, Liebhaber-Tier oder einem Show-Tier.
Aber auch mich hatte nun das “Birma-Fieber” gepackt, meine eigene kleine Hobbyzucht aufzubauen. Also ging ich auf die Suche nach einem Zuchttier und begann 2002 unter dem Namen “Heilige Birma von Bochallier” meine Zucht.